Dein Österreichisches Wörterbuch
Sperenzln
Sperenzien, Sperenzchen, Fisimatenten, Umstände, Ausflüchte u.a.
Art des Eintrag: Substantiv
Erstellt am: 18.06.2011
Bekanntheit: 66.6667%
Beurteilung: 2 | 3
Kommentar am 19.06.2011
Sperenzln - Sperenzien
wieder einmal der berühmte kleine Unterschied ...
Kommentar am 19.06.2011
Kommentar am 19.06.2011
Vgl. "Sperenzchen"
Sperenzchen
Sperenzchen machen
Wegen der gesamtdt.Verwendung (s. meine dortigen Beispiele) halte ich den gesonderten Eintrag der austrifizierten und bavarisierten Form mit ihrer beträchtl. erweiterten Bedeutungsbreite für gerechtfertigt, die von orig. "Hoffnungen" (< sperantia, zu 'spero', erwarten) über "Umstände", "Ausflüchte" bis zu "Kinkerlitzchen" reicht(Fremdwörter sind eben Glücksache!):
* standard.at: Letztlich duldet sie Europa nur in einer Funktion: der des finanzkräftigen Zahlmeisters, der bereitwillig und ohne Sperenzeln den Euro springen lässt(6.4.11) [http://tinyurl.com/6urkzng]
Und auch bayr. Beispiel: In München haben wir den Dr. Huber im Kultusministerium; vor dem muß man den Hut tief ziehen, der versteht das Sperenzeln. (DIE ZEIT,10.2.1967) [http://www.zeit.de/1967/06/wir-bayern]
Kommentar am 04.02.2012
Dass aus der Hoffnung - sperantia - nun Faxen, Spompanadln, Umstände, Ausflüchte usw. geworden sind, hat mit dem Enfluss von "sich sperren" auf die "sperantia" zu tun( = sich zieren: ich hoff', es hilft, wenn ich mich zier') .
= Volksetymologie (oder: Fremdwörter sind halt Glückssache)
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